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Ausschreibung

THEATER UND NEUE MEDIEN

 

Der Bundesverband Theater in Schulen (BVTS), die Landesarbeitsgemeinschaft Theater und Film an

den bayerischen Schulen, und die Körber-Stiftung laden ein zum Schultheater der Länder

vom 19. - 25. September 2010 in Nürnberg

 

„Wir rechnen mit der Expansion des Netzes und der Magie der bewegten Bilder, aber wir glauben an das

Theater.“

Wolfgang Bergmann

 

Lichtprojektionen, Einblendungen von Texten und Bildern, Videokunsteinspielungen, Computeranimationen, Sequenzen aus Filmen, mit dem Internet vernetzte Bühnenperformances, Livechats mit auf der Bühne agierenden Schauspielern gehören heute schon zum täglichen Repertoire der Theater

und sind auch auf der Schulbühne seit einigen Jahren mitzuerleben.

 

Neue Medien sind in ihrer digitalen Form unbestrittener Teil der Jugendkultur, aber in welchen Formen und mit welchen Inhalten sie in welchen erzählten Geschichten auf der Bühne des Schultheaters erscheinen, das ist von besonderem Interesse.

 

Wir suchen daher für das Schultheater der Länder 2010 in Nürnberg Gruppen,

 

- die mit theatralen Mitteln versuchen, ästhetische Konventionen und Seh- und

Hörgewohnheiten aus einem anderen Medium (Computer, Film, Fernsehen u. a. ) auf die Bühne zu übertragen;

 

- die in Eigenproduktionen oder nach theatralen Vorlagen die Neuen Medien thematisieren und in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen z. B. satirisch präsentieren,

 

- die z. B. ein Drehbuch, einen Plot oder eine bestimmte Erzählung aus dem Medium Film in das Medium Theater übersetzen;

 

- die Theater machen, das sich fi lmischer Arbeitsweisen bedient, z. B. dem ständigen Spiel mit Zitaten und Klischees, dem diskontinuierlichen Erzählen, der Rückblende, dem Soundtrack, szenischen Überblendungen, unterschiedlichen Schnittrhythmen;

 

- die den Bühnenraum mit Hilfe technischer Medien wie Film und Video durch einen äußeren Raum erweitern, z. B. einer Landschaft oder einem sich ständig verändernden, abstrakten, durch Formen und Farben bestimmten Raum;

 

- die ein Bühnengeschehen auf eingeblendete Video- und Filmsequenzen beziehen und z. B. die Handlung in den unterschiedlichen Medien wechselseitig vorantreiben;

 

 

Die begleitende Fachtagung wird sich vor allem mit der INTERMEDIALITÄT befassen. Untersucht werden sollen insbesondere die Beziehungen zwischen den Medien, insbesondere die Möglichkeiten von Verknüpfungen aber auch von Konfrontationen und Brüchen. Aufzuspüren wären vielfältige ästhetische Schnittstellen zwischen der Unmittelbarkeit körperlicher Präsenz auf dem Theater und den interaktiven virtuellen Welten der Neuen Medien. Zu untersuchen lohnte sich auch der gezielte Wechsel zwischen den Medien oder ihr simultanes Auftreten z. B. als bewegtes Bild und Bühnenperformance, als Sprachkonserve und Bühnensprache, als Sound und Musik, als Neue Medien und Theater.

 

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