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1 8. — 2 4.

SEPTEMBER 2016
ERFURT (THÜRINGEN)

 

 

 

SCHULTHEATER DER LÄNDER 2016

 

RAHMENTHEMA: THEATER.SPRACHE

Im Schultheater gilt der Grundsatz, dass keine Texte aufgrund ihrer formalen Eigenheiten »bühnenuntauglich  sind. Romane, Epen, Gedichte, Comics, Hörspiele, Essays, Interviews, Werbung: Alle Arten von Literatur-, Sach- oder Gebrauchstexten werden von Schultheatergruppen realisiert bzw. anverwandelt, ohne im üblichen Sinn dramatisiert zu sein.


Trotz dieser dramaturgischen Freiheit ist seit Längerem zu beobachten, dass die Verwendung von Texten bzw. von Sprache in Spielprojekten zugunsten von körper-, bilder- und bewegungsbetonten Gestaltungsformen rückläufig ist. Der schriftlich fixierte Text hat seine herausgehobene Rolle im Gefüge der theatralen Mittel verloren.

 

Diese Entwicklung der Sprache im Verhältnis zu anderen theatralen Zeichensystemen stellt das Schultheater vor neue Herausforderungen. Die menschliche Stimme, die Sprache, das öffentliche Sprechen müssen neu untersucht werden.


Der Stellenwert des sprachlichen Ausdrucks auf der Schulbühne als Funktion von Handlung/Situation steht entsprechend zur Diskussion. Welche konzeptionellen und methodischen Lösungen finden Schultheatergruppen heutzutage im Umgang mit Text/Sprache/Sprechen?

 

Für das Schultheater der Länder 2016 in Erfurt werden Theaterproduktionen aus allen Schulstufen und Schulformen gesucht, die die Bühne als Ort für Erfahrungen von Sprache und Sprechen entdecken und sich intensiv mit der Bedeutung, Funktion und Wirkung von gesprochener, gesungener oder bewusst abwesender Sprache beschäftigen und sich von Fragen leiten lassen, wie:

 

• Wie soll heute im Schultheater gesprochen werden? Auf welche Weisen kommen die menschliche Stimme und insbesondere das Sprechen zum Einsatz?

 

• Wie verändert sich die Wahrnehmung von Sätzen, abweichend von der Konvention, die Wahrnehmung von Sätzen im abrupten Wechsel zwischen Alltagssprache, Deklamation und Jargon oder nicht erwartbaren Rhythmen?

 

• Worin liegt das Potenzial des chorischen Sprechens im Gegensatz zum Monolog/Dialog?

 

• Wie verhalten sich Sprache und Körper im Zusammenspiel?

 

• Welche Potenziale von Sprache werden sichtbar durch den Verzicht auf schauspielerische Verkörperung?

 

• Wer oder was spricht in einem Text, der nicht mehr die Rede einer Figur ist? Wie verschränken sich im Sprechen subjektive Rede und Sprache?

 

• Was geschieht, wenn Sprachbilder und visuelle Bilder sich nicht mehr ergänzen? Leitet das Sehen die Sprache oder umgekehrt die Sprache das Sehen?

 

• Welches Textmaterial wird bevorzugt?

 

 

Die Fachtagung beschäftigt sich mit dem Umgang, der Bedeutung und Funktion von Sprache im (Schul)theater.

 

(Anregende Quelle des Ausschreibungstextes war die Ausgabe 01/2013 der Zeitschrift „Dramaturgische Gesellschaft“)

 

Download Ausschreibung

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