Kunst-, Theater- und Politikworkshops vom 26.03.-01.04.2010 in Weimar"Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt." Friedrich Schiller 
Wie sieht eine Gesellschaft aus, für die es sich in Zukunft zu leben lohnt? Wie kann man Kunst als wichtiges Kommunikationsmittel innerhalb der Gesellschaft gebrauchen? Wie kann man die heutige Gesellschaft mitgestalten? 24 jungen Menschen suchten Antworten auf diese Fragen. Sie zogen in Weimar in einen fast leer stehenden Plattenbau, der zum Lebens- und Arbeitsraum wurde, und haben für sieben Tage zusammen gelebt und gearbeitet. Vier Wohnungen standen für die Arbeit in den Kunst- und Theaterworkshops bereit. Der Wohnraum wurde zur Werkstatt, voll ausgestattet mit Kameras, Laptops, W-Lan und anderen Arbeitsmaterialien. In einer weiteren Wohnung wurden miteinander Ideen "gesponnen", die das Potenzial haben, die Welt zu verändern - und sei es "nur" die eigene.
Das "Abenteuer Plattenbau" verknüpfte Kunst und Politik auf einzigartige Weise - frei von irgendwelchen Genregrenzen. Dabei ging es um Visionen, Wünsche und Vorstellungen von Utopien an die Gesellschaft, Familie und Zukunft. Die Teilnehmer/innen arbeiteten in gemischten Gruppen in je vier Kunst-/Theater-Workshops bzw. zwei politisch-historischen Arbeitseinheiten parallel miteinander arbeiten. Die Kunst-/Theater-Workshops im Einzelnen:Mit "Site Specific Theatre" sind Inszenierungen gemeint, die keinen Text zum Ausgangspunkt nehmen, sondern einen Ort. Der Ort, bspw. der Plattenbau, liegt auch der Inszenierung zugrunde und der Raum wird zu deinem Mitspieler. Workshopleiter: Marcel Sparmann   Bei Performances geht die Kunst in den sozialen und öffentlichen Raum über. Es sollen deine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche nach Freiheit im alltäglichen Leben ausgedrückt werden. Zu welchen utopischen Gedanken bist du in der Lage?
Workshopleiter: BBB Johannes Deimling    Um etwas zu verändern, muss man Viele von der eigenen Utopie überzeugen, sie zum Mitmachen aktivieren, die fremden Ideen mit den eigenen kombinieren. Kunst, die sich mit IHREM Publikum beschäftigt, lässt die Teilnahme nicht nur zu, sondern macht meist auch die Realisierung und Umsetzung künstlerischer Prozesse zu großen Teilen vom Publikum abhängig. Die Inhalte des entstehenden Dialogs speisen sich aus sozialen und politischen Problematiken. Ziel ist es, gemeinsame Methoden und künstlerische Formen zu finden und zu entwickeln, die Gemeinschaft und ein "Wir"-Gefühl erzeugen.
Workshopleiterin: Svenja Wolff 4. www.freiefeigheit.de (Medien) Der öffentliche Raum kann nicht mehr nur als Stadtraum begriffen werden, auch das Internet folgt den Gesetzen des öffentlichen Raums. Dieser erscheint uns jedoch erstaunlich privat, indem wir uns vom Wohnzimmertisch aus in IHM bewegen. Das viel beschworene "Web 2.0", die grenzenlose Medienplattform für Jedermann, bietet damit die Möglichkeit, über eine intime Situation, eine Masse an Menschen zu erreichen und für eigene Ideen oder Aktionen zu begeistern. Workshopleiterin: Laura Popplow Die Politik-Workshops Zu Beginn der Woche wurden die Weimarer Verfassung und die historischen Stätten der Weimarer Republik in den Blick genommen, prägen sie doch das heutige gesellschaftlich-politische Leben. Anschließend wurde die Gedenkstätte Buchenwald besucht. Ist dieser historische Ort Ausdruck einer Utopie? Wenn ja, mit welchen Konsequenzen? Die politisch-historische Bildung an diesen Orten sollte eine differenzierte Urteilsbildung ermoglichen.  In der abschließenden Textwerkstatt wurden eigene Utopievorstellungen zu Papier gebracht. Bekannte Utopietexte wurden auf ihr aktuelles und wegweisendes Potential hin neu gelesen. Unterschiedliche Definitionen von Utopien und Theorien wurden anhand originaler Textauszügen untersucht: z. B. Thomas Morus "Utopia", Tommaso Campanella "Sonnenstaat", Francis Bacon "Das neue Atlantis", sowie als Antiutopien Aldous Huxleys "Brave New World" und George Orwells "1984".
Workshopleiterinnen: Anne Lützelberger und Lea Hagen UTOPIA ist ein Kooperationsprojekt der LAG Spiel und Theater in Thüringen e.V. und ihrer Mitglieder Theaterfabrik von Theater & Philharmonie Thüringen (Gera) und DAS-Jugendtheater e.V. im Stellwerk-(Weimar). Projektleitung: Uta Homberg (LAG Spiel und Theater in Thüringen e.V.) Tabea Hörnlein (Theaterfabrik von Theater & Philharmonie Thüringen) Kathrin Schremb (DAS-Jugendtheater e.V. im Stellwerk-) Beratung im Bereich politische Bildung: Anne Lützelberger Das Projekt wird gefördert durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur, die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen, die BAG Spiel & Theater e.V. aus Mitteln des BMFSFJ (KJP) und der Weimarer Wohnstätten GmbH. |